Schnarchen bei Kindern – ein Grund zur Sorge?

Schnarchen bei Kindern – ein Grund zur Sorge?

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Schnarchen bei Kindern – ein Grund zur Sorge?

Jeder Mensch braucht ausreichend Schlaf, um sich zu regenerieren und neue Energien für den nächsten Tag zu tanken. Aber gerade bei Kindern ist Schlaf noch wichtiger als bei erwachsenen Menschen: Die Entwicklungsphase im Schlaf bei Babys und Kleinkindern ist mitunter die wichtigste Aktivität des Gehirns. Die Schlafzyklen sind zwar sehr unregelmäßig, nichtsdestotrotz enorm wichtig für die Verarbeitung des Erlebten. Somit ist auch begründbar, dass Neugeborene zwischen 10,5 und 18 Stunden am Tag schlafen! Dabei sind vor allem die sogenannten REM-Phasen, also die leichten Traumphasen, entscheidend für die Verarbeitung der neu gewonnenen Eindrücke. Bemerkbar sind diese Schlafphasen vor allem an einer beschleunigten Atmung des Kindes sowie Zucken der Augenlider oder allgemein ein unruhigeres Verhalten im Schlaf.

 

Ein medizinisches Phänomen

Es gibt jedoch ein medizinisches Phänomen, über das nur selten gesprochen wird: Kinder, die schnarchen. Dabei ist das gar nicht so ungewöhnlich, auch im Kindesalter kann Schnarchen auftreten; Jungen tun es häufiger als Mädchen, ältere Kinder öfter als die kleineren. Oft ist das nur vorübergehend, bei anderen Kindern wiederum geht das Schnarchen nicht mehr weg.

Viele Eltern wissen dann oft nicht, wie sie damit umgehen sollen und stellen sich die Frage, ob Schnarchen bei Kindern überhaupt normal ist. Es geht dabei ausdrücklich nicht um einzelne Schnarcher, die während des Schlafs immer mal wieder auftreten können. Hat ein Kind Schnupfen, wundert sich wohl auch kein Elternteil darüber, wenn es schnarcht. Tritt das Schnarchen aber wiederkehrend ohne – erkennbare – Ursachen auf, machen sich Vater und Mutter schnell Sorgen. Um abzuklären, ob nicht ernste Gründe wie Atembeschwerden hinter dem Schnarchen stecken, solltest du daher mit deinem Kind einen Arzt aufsuchen.

Die Folgen ernst nehmen

Obwohl Schnarchen als Problem meist mit Erwachsenen in Verbindung gebracht wird, sind auch mehr als die Hälfte aller Kinder zwischen ein und vier Jahren zumindest gelegentlich davon betroffen. Je älter Kinder werden, desto häufiger tritt das Schnarchen auf.

Viele Eltern wissen nicht, ob Schnarchen ein Grund zur Besorgnis ist. Ein Arzt kann Klärung bringen und den Ursachen auf den Grund gehen, denn die Folgen können weitreichend sein: Schnarchen kann im schlimmsten Fall die Entwicklung deines Kindes negativ beeinflussen und die Gesundheit beeinträchtigen, da die Erholung durch benötigte Tiefschlafphasen nicht mehr gewährleistet ist. Durch das Schnarchen kann die Sauerstoffzufuhr vermindert werden, zugleich leidet die Qualität des Schlafs. Immerhin 20% der schnarchenden Kinder leiden Schätzungen zufolge sogar an kurzen Atemaussetzern. Diese Kinder werden unkonzentriert, antriebslos und sind öfter müde. Das wirkt sich wiederum auf die schulischen Leistungen aus. Bei manchen Kindern äußert sich der Schlafmangel auch in Hyperaktivität oder aggressiven Verhalten. Sie sind leichter reizbar.

 

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Infektanfälligkeit steigt

Hinzu kommt die Gefahr von Krankheiten und Infektanfälligkeit. Bekommt das Kind durch das Schnarchen nicht ausreichend Schlaf bzw. ist die Qualität der Tiefschlafphasen nicht ausreichend gegeben, wird sein kleiner Körper geschwächt und ist anfällig für Krankheiten. So leiden Kinder öfter unter Erkältungen und/oder grippalen Infekten. Auch andere Krankheiten wie Bluthochdruck, Untergewicht oder auch Fettleibigkeit sowie Veränderungen der Blutfettwerte oder Insulinresistenz treten häufiger bei Kindern auf, deren Körper durch das nächtliche Schnarchen geschwächt ist.

Wenn du solche Symptome bei deinem Kind feststellst, solltest du deshalb einen Kinderarzt konsultieren, um weitreichende Folgen in der Entwicklung des Kindes zu verhindern.

 

Den Ursachen auf den Grund gehen

Doch wieso müssen sich überhaupt schon unsere kleinsten Schützlinge mit solchen Problemen plagen?

Schnarchen entsteht bei Kindern wie auch bei Erwachsenen durch das Vibrieren der Rachenschleimhaut. Während bei Erwachsenen der Grund dafür meist die Erschlaffung des Gaumensegels ist, spielen bei Kindern in der Regel die Polypen und Mandeln eine Rolle beim Schnarchen.

Sind Polypen und Mandeln nämlich zu groß, wird die Atmung durch die Nase massiv behindert. Die Folge: Mundatmung und Schnarchen. Im schlimmsten Fall kann es durch die Vergrößerung des Gewebes zum kompletten Verschluss des Rachens kommen, der zu nächtlichen Atemaussetzern führt.

Baby Schläft

Zu solchen Atemaussetzern führt auch eine gefährliche Schlafapnoe, die sich durch Schnarchen äußern kann. Diese Krankheit sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen! Die Atemaussetzer und damit der Sauerstoffmangel können gut bis zu einer Minute andauern und schädigen damit nachhaltig das Gehirn, da bei jedem Aussetzer Gehirnzellen absterben. Noch dramatischer sind die Langzeitauswirkungen: Das Risiko für Bluthochdruck, einen Schlaganfall oder sogar einen Herzinfarkt ist drastisch gesteigert. Auch ein unbemerkter Hirnschlag oder Infarkt im Schlaf ist somit möglich. Um solch gravierende Auswirkungen in der weiteren Entwicklung zu vermeiden, ist meist der Einsatz einer Atemmaske erforderlich, die die Atmung des Kindes auch nachts reguliert.

 

Kein Panik beim schnarchen des Kindes

Mit dem Wissen um die Existenz der Krankheit muss man bei Schnarch Geräuschen des Kindes aber keine Panik bekommen. Meist sind es weniger dramatische Gründe, die bei Kindern zum Schnarchen führen, trotzdem sollten auch diese ernstgenommen und behandelt werden. So können beispielsweise Allergien zu Schwellungen der Atemwege führen. Übergewichtige Kinder neigen eher zum Schnarchen als normalgewichtige, da Fett natürlich auch im Bereich der Atemwegsorgane eingelagert wird.
Eltern, die rauchen, sollten sich im Klaren darüber sein, dass ihr Verhalten sich auf die Gesundheit ihrer Kinder auswirkt. Kinder mit rauchenden Eltern sind öfter vom Schnarchen betroffen, da das Rauchen auch die Atemwege der Kinder beeinträchtigt und reizt.

 

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Was tun gegen das Schnarchen?

In der Mehrheit der Fälle geht das Schnarchen im Kindesalter auf eine Wucherung der Polypen oder Mandeln zurück. Die Polypen können dann vollständig entfernt werden. Bei einer Vergrößerung der Mandeln hilft in der Regel eine Behandlung mit Medikamenten. In schweren Fällen kommt auch eine Operation in Betracht, wobei der überschüssige Teil unter Kurznarkose mit dem Laser entfernt wird. Der gesunde Teil der Mandeln wird erhalten. Dieser Eingriff wird Tonsillotomie genannt und kann sogar bei Kindern unter fünf Jahren recht unbedenklich durchgeführt werden.

Wenn das Schnarchen aber nicht auf medizinische Ursachen zurückzuführen ist, sondern auf den Lebensstil wie die falsche Ernährung oder mangelnde Bewegung, sollte ganz klar zusammen mit dem Partner besprochen werden, wie man in Zukunft die Lebensgewohnheiten des Kindes hin zu gesünderen Alternativen hinwenden kann. Denn letztendlich wirken sich schlechte Gewohnheiten nicht nur auf den nächtlichen Schlaf und somit auf die Erholung des Kindes aus, sondern auch auf andere Lebensbereiche wie die sozialen Kontakte. Nicht selten werden gerade übergewichtige Kinder von Mitschülern gehänselt. Somit entsteht eine Spirale aus einem ungesunden Lebensstil und sozialer Isolierung, die auf Dauer krank macht – seelisch sowie körperlich. Hier gilt es als Eltern ins Gespräch mit Ärzten zu treten, wo denn konkret die Ursachen liegen und wie man diese bekämpfen kann – zum Wohle des Kindes.

Donald Kressner – Geschäftsführer der FlexPoint GmbH und Betreiber der Webseiten snorflex.de und schlafapnoe-online.de

 

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