Zahnkorrektur für Erwachsene – Funktionieren Zahnspangen auch noch bei älteren Menschen?

Zahnspangen - Zahnkorrektur für Erwachsen

Zahnkorrektur für Erwachsene – Funktionieren Zahnspangen auch noch bei älteren Menschen?

Was haben Tom Cruise, Whoopi Goldberg und Britney Spears gemeinsam? Alle drei haben schöne, gerade Zähne, und alle drei haben Zahnspangen getragen. Was vor Jahren noch vielfach für Spott sorgte und ausschließlich Teenagern vorbehalten war, ist mittlerweile fast ein Trend: Immer mehr Menschen nutzen Zahnspangen auch im Erwachsenenalter, um Zahnfehlstellungen zu korrigieren und so ihr Lächeln noch attraktiver zu machen.

 

Wann Zahnspangen aufkamen

Zahnspangen zur Korrektur von Kiefer- und Zahnfehlstellungen gibt es noch gar nicht so lange. Erst etwa ab 1920 wurde in Amerika von einigen Kieferorthopäden das Prinzip einer festsitzenden Spange entwickelt, die die Stellung von schiefen Zähnen korrigieren sollte. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die anfänglich sehr klobigen Apparaturen etwas dezenter und unscheinbarer. Generationen von Schulkindern trugen entweder sogenannte aktive Platten oder die festsitzenden Brackets.

 

Wann Zahnspangen medizinisch angezeigt sind

Landläufig herrscht die Überzeugung, dass eine Zahnspange nur aus ästhetischen Gründen zum Einsatz kommt, etwa wenn ein Zahn etwas aus der Reihe tanzt. Sicher sorgen Zahnspangen auch dafür, dass man ein schöneres Lächeln bekommt. Aber es gibt sehr viele zahnmedizinische Gründe, die für den Einsatz einer Spange sprechen: Sehr schief und eng stehende Zähne können verstärkt anfällig für Zahnstein, Karies oder Plaque sein. In manchen Fällen können Fehlstellungen der Zähne zu Sprachfehlern führen. Auch der Einfluss auf die Psyche durch schiefe und als hässlich empfundene Zähne darf nicht unterschätzt werden: Überbiss oder Zahn-Engstand können langfristig dazu führen, dass die Betroffenen sich nicht mehr unter andere Menschen trauen und anfällig für psychische Erkrankungen werden.

 

 

 

Wie kommt es überhaupt zu Zahnfehlstellungen?

Zahnfehlstellungen können grundsätzlich erworben oder erblich bedingt sein. Ist zum Beispiel der Kiefer zu klein oder zu groß, kann das einen negativen Einfluss auf die Stellung der Zähne haben. Im Kindesalter entstehen Zahnfehlstellungen häufig durch Daumenlutschen oder den Schnuller. In jedem Fall ist es angezeigt, auf die Fehlstellung der betroffenen Zähne möglichst früh einzuwirken. Eine Zahnspange kann da die richtige Lösung sein: Sie übt korrigierenden Druck auf den Kiefer bzw. die Zähne aus, um mittelfristig gerade Zähne zu erreichen. Je nach Art der Fehlstellung dauert die korrigierende Maßnahme einige Monate oder Jahre. Am häufigsten werden Zahnspangen bei Kindern zwischen acht und 14 Jahren eingesetzt, die noch im Wachstum sind. So können die besten Resultate erzielt werden.

 

Ist Zahnspange immer gleich Zahnspange?

Zahnspangen gibt es heute in einer großen Bandbreite und in vielen Varianten, je nach Einsatzgebiet und zahnmedizinischer Indikation. Am bekanntesten ist hierzulande seit den 80er Jahren die festsitzende Spange. Dafür werden an den Zähnen sogenannte Brackets angebracht, die dann über einen Metalldraht miteinander verbunden und je nach Bedarf nachgezogen werden. Diese Variante der Zahnspange bleibt meist mehrere Jahre im Mund und bedarf einer akkuraten Reinigung der Zähne, damit sich an den Brackets keine Beläge bilden.

Ebenfalls verbreitet aber weitaus weniger auffällig ist die herausnehmbare Zahnspange, auch aktive Platte genannt. Sie wird individuell gefertigt und muss meist nicht den ganzen Tag getragen werden. Zum Einsatz kommt sie eher bei kleineren, leichter zu behebenden Zahnfehlstellungen.

In Fällen von vorzeitigem Milchzahnausfall greift man oft zum Lückenhalter. Diese Spange dient dazu, entstandene Zahnlücken freizuhalten, damit der neue Zahn beim Wachsen den richtigen Platz findet und die angrenzenden Zähne nicht schief wachsen.

Zahnspangen gibt es noch in vielen weitere Varianten, die meist nur für Kinder oder Heranwachsende ausgelegt sind. Aber auch Erwachsene mit Zahnspangen sieht man immer öfter. Aber funktionieren bei Erwachsenen Zahnspangen tatsächlich noch?

 

Wann Zahnspangen bei Erwachsenen etwas bringen

Während vor Jahren noch davon ausgegangen wurde, dass Zahnspangen im Erwachsenenalter nichts mehr nutzen, setzt sich allmählich eine andere Auffassung durch. Gut für alle Menschen, die auch jenseits der Jugendzeit etwas für ihre Zähne tun möchten oder endlich selbstbewusst in die Kamera lächeln wollen. Allerdings gibt es dabei einige Aspekte zu beachten.

Ideal ist es zwar, die Fehlstellung möglichst früh zu korrigieren, während Kiefer und Zähne noch in der Wachstumsphase sind. Eine Untersuchung beim Kieferorthopäden gibt Aufschluss darüber, inwiefern eine solche Maßnahme von Erfolg gekrönt sein kann. Grundsätzlich müssen erwachsene Zahnspangenträger etwas mehr Geduld bei der Behandlung mitbringen – man kann von mindestens zwei bis drei Jahren bei kontinuierlichem Tragen ausgehen.

Raucher sollten jedoch vor einer Korrektur mit einer Zahnspange idealerweise das Rauchen aufgeben, da der Tabakrauch sich negativ auf die Zahngesundheit und damit auch auf die Korrekturmaßnahmen auswirkt.

 

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Welche Zahnspangen gibt es für Erwachsene?

Selbstverständlich ist die Vorstellung, eine sichtbare, feste Zahnspange über mehrere Jahre zu tragen auch für Erwachsene nicht attraktiver als für Jugendliche. Jedoch gibt es schon Varianten, bei denen die Ästhetik nicht zu kurz kommt. Bei den festen, klassischen Zahnspangen gibt es mittlerweile die Möglichkeit, die angeklebten Brackets in Zahnfarbe einsetzen zu lassen. Der typische metallische Glanz kann so vermieden werden.

Eine weitere Möglichkeit für eine fast unsichtbare Zahnstellungskorrektur bietet die sogenannte Lingualtechnik. Dabei werden die Brackets nicht auf der Zahnaußenseite, sondern innen aufgeklebt, so dass sie praktisch nicht zu sehen sind. Als unangenehm empfinden die Träger einer solchen Spange jedoch häufig, dass man mit der Zunge an die Spange stößt und sich beim Sprechen erst an diese kleine Beeinträchtigung gewöhnen muss.

 

Unsichtbare Zahnspangen von Invisalign

Eine besonders dezente Möglichkeit bietet die unsichtbare Zahnspange für Erwachsene von Invisalign. Invisalign-Zahnspangen sind herausnehmbar und werden sowohl auf der oberen als auch der unteren Zahnreihe getragen. Im Gegensatz zu den herausnehmbaren aktiven Platten ist Invisalign jedoch praktisch unsichtbar, da die Schienen – die sogenannten Aligner – komplett transparent sind und ohne Metall oder Drähte auskommen.

Neben der Tatsache, dass die Aligner praktisch nicht sichtbar sind, gibt es auch Vorteile bei der Reinigung und der Mundhygiene: Zum Zähneputzen können die Schienen jederzeit herausgenommen werden und die Zähne sind frei für die Bürsten zugänglich.

 

Die Anpassung von Invisalign

Invisaligns werden für den Träger maßgefertigt, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Nach der Erstellung eines Zahnabdrucks wird ein präzises 3D-Modell der Zähne erstellt und darauf basierend ein Paar individuelle Invisaligns hergestellt. Alle paar Wochen wird dieser Prozess wiederholt, und ein neues Paar Invisaligns angepasst, um die Zähne allmählich in die richtige Position zu schieben. Wichtig bei der Behandlung ist es, die Schienen diszipliniert zu tragen und nur kurzfristig herauszunehmen.

 

Das persönliche Beratungsgespräch ist unverzichtbar

Wie bei jeder anderen Zahnspangen-Anpassung ist auch bei Invisalign das persönliche Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt unverzichtbar. Hier wird zunächst geklärt, ob die vorliegende Fehlstellung korrigiert werden kann und wie lange die Behandlung vermutlich dauern wird. Während der Behandlung gibt es regelmäßige Kontrolltermine, bei denen die Fortschritte überprüft werden. Auch über die Kosten gibt es bei einem persönlichen Gespräch mehr Informationen. Grundsätzlich sind diese mit denen einer festen Zahnspange zu vergleichen.

 

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  • Bilder fotolia © 154313590_S ryanking999

Ein Gedanke über “Zahnkorrektur für Erwachsene – Funktionieren Zahnspangen auch noch bei älteren Menschen?

  1. Annie

    Hallo,
    als Kind hat man mir zu einer Zahnspange geraten und ich habe mich geweigert. Heute überlege ich, ob es noch etwas bringt. Danke für den Artikel.
    LG
    Annie

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