Rasanter Fortschritt in der Medizin rettet Leben

Rasanter Fortschritt in der Medizin retten Leben

Vermutlich ist es gar für den absoluten Laien leicht erkennbar, dass die Medizin in den vergangenen Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte gemacht hat. Erkrankungen, die vor Jahrzehnten noch sehr kurze Leben bedeutet hätten, können heute zwar nicht immer geheilt, aber zumindest soweit behandelt werden, dass ein lebenswertes Leben möglich ist. Viele Unfälle sind heute immer noch tragisch, und doch kann der Betroffene einige Wochen oder Monate später zurück in sein Leben finden. Dies liegt nicht allein an den Fortschritten im Verständnis der Erkrankungen oder Vorgänge, sondern auch in der Behandlung. Mediziner können heute auf ganz anderes Equipment zurückgreifen, werden von Computern und Robotern unterstützt und geleitet. Dieser Artikel geht auf einige dieser Punkte ein.

 

Hochwertiges OP-Besteck

Gerade im Bereich der OP-Technik ist der Fortschritt bemerkenswert. Eines der einfachsten Beispiele dürfte noch die typische Blinddarm-OP sein. Wo einst ein großer Schnitt den Bauch zierte, bleibt heute nur noch eine minimale Narbe übrig, denn diese OP wird minimal-invasiv durchgeführt. Großes Besteck kann bei solchen Operationen überhaupt nicht mehr genutzt werden, da der Schnitt bereits zu klein ist. Stattdessen verwenden Ärzte Besteck, das über die kleinsten Schnitte eingeführt und von außen quasi per Controller-Steuerung bedient wird. Solche Verfahren gibt es für fast alle Operationsbereiche. Besondere Fortschritte hat auch die Neurochirurgie gemacht – und gerade bei Kopf- und Rückenmarksoperationen kommt es auf absolute Genauigkeit an:

  • Präzisionsbohrer – um eine Schäden-OP durchzuführen, muss der zu operierende Hirnbereich freigelegt werden. Dazu wird die Schädeldecke aufgebohrt. Durch die Beschaffenheit des Schädelknochens ist es wichtig, dass der Bohrer stabil bleibt und nicht zu wandern beginnt. Spezielle Bohrer samt Bohrköpfen garantieren eine ebene Bohrung ohne Abrutschgefahr oder Splitterung des Knochens.
  • Halterungen – während der OP muss der Operationsbereich zugänglich und sichtbar bleiben. Spezielle, teils kleinste Halterungen garantieren diese Sicherheit und erlauben es dem Arzt, mit Sonden und ferngesteuerten Bestecken zur betroffenen Hirnstelle vorzudringen.
  • Verschluss – um Schädelfrakturen oder auch den aufgebohrten Schädel im Anschluss der OP zu verschließen, gibt es sterile Fixateure, die an die Fragmente angesetzt und dort befestigt werden.

Um Operationen mit nur kleinen Schnitten durchzuführen, gibt es spezielles Sondenbesteck. Das eigentliche OP-Besteck ist nahezu mikroskopisch klein, sodass der Operationsbereich auf den kleinstmöglichen Bereich eingeschränkt werden kann.

 

Neue Therapieformen

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse helfen nicht nur bei invasiven Behandlungen, sondern auch in den Bereichen der Nachbehandlung oder der nicht-invasiven Behandlung. Einige Beispiele:

  • Medikamente – die heutigen Medikamente sind weit feiner abgestimmt, als frühere Produkte. Zudem sind sie wesentlich wirkungsstärker, sodass Operationen oft weit in die Zukunft geschoben werden können.
  • Behandlungen – mithilfe von Medikamenten, Bewegungstherapien und weiteren Ansätzen, können gerade Gelenksoperationen beziehungsweise der Austausch von Gelenken hinausgezögert werden. Insbesondere bei Rheuma- und Arthrosepatienten sind diese Neuerungen eine enorme Erleichterung für alle Seiten, da künstliche Gelenke nur eine begrenzte Lebensspanne haben und bei zu frühem Einsatz mehrfach ausgetauscht werden müssten.
  • Therapien – abseits von operativen oder physischen Behandlungen hat sich auch im Bereich der Psyche einiges getan. Forscher und Mediziner verstehen die Hintergründe psychischer Erkrankungen immer mehr und entwickeln neue Therapien und Medikamente. Wo es noch vor zwanzig Jahren nur eine Standardtherapie für alle psychischen Erkrankungen gab, gibt es heute unterschiedliche Therapieformen, die auf das jeweilige Krankheitsbild und die betroffene Person eingehen. Auch die Medikamente sind wirksamer und nebenwirkungsfreier geworden, was Betroffene natürlich enorm entlastet.
  • Herstellung – Haut, Knochenzellen – all dies kann schon im Labor hergestellt werden. Patienten erhalten heute aber auch Gelenkimplantate oder Zahnimplantate aus dem 3D-Drucker. Diese Modelle werden mittels eines 3D-Scans des eigentlichen Gelenks oder Zahns ausgedruckt und sitzen passgenau im menschlichen Körper.

 

Neue OP-Techniken

Die Medizin erfindet sich praktisch ständig neu. Nirgendwo sonst wird das so ersichtlich, wie im Operationssaal. Gerade in den Fachkliniken für spezielle Krankheiten sind heute Operationen und somit Behandlungen oder gar Heilungen möglich, die früher undenkbar waren:

  • Hirn-OPs – nicht nur können Tumore farblich gekennzeichnet werden, mittels Robotern und computerunterstützten Operationen lassen sich die Zellen auch größtenteils ohne eine Schädigung des umliegenden Hirns entfernen. Die Roboter können oft wesentlich präziser als jeder Mensch arbeiten und sicherstellen, dass die Sprach- oder Bewegungssteuerung des Patienten erhalten bleibt.
  • Herz-OPs auch im Bereich des Herzens hat sich viel getan. Für die meisten Eingriffe muss nicht mehr der Brustkorb aufgetrennt und die Rippen vom Brustbein abgetrennt werden, um Bypässe einzusetzen. Neue Hilfsmittel stützen Arterien und Venen oder geben ihnen neuen Halt. Diese Eingriffe sind für Patienten wesentlich weniger anstrengend und erlauben eine raschere Genesung.
  • Knochen – komplizierte Knochenbrüche oder Knochenschädigungen können heute wesentlich präziser und besser behandelt werden. Neue Verfahren erlauben es, das umliegende Gewebe eher wiederherzustellen, sodass die Heilung schneller verläuft.
  • Haut – hier hat sich vieles geändert. Mussten Verbrennungen früher überwiegend mit Hauttransplantationen behandelt werden, kann die Haut heute praktisch im Reagenzglas gezüchtet werden. Brandwunden können auf diese Weise großflächiger und schneller behandelt werden, ohne dass erst von anderen Körperstellen mühsam und infektionsgefährdet Haut entnommen wird.

Das ist nur eine kleine Auswahl der Veränderungen, die in den letzten Jahren in die Operationssäle gekommen sind. Die Liste lässt sich auf dutzende Bereiche ausweiten und dürfte sich in den nächsten Jahren nochmals deutlich ändern. Umso stärker die Robotertechnik und Computerunterstützung voranschreitet, desto eher wird sie eingesetzt werden. Aber auch in der Patienten- und Altenpflege werden Roboter und Technik immer wichtiger und denkbarer. In Japan werden längst Pflegeroboter ausgetestet, Forscher arbeiten an appgesteuerten Langzeitüberwachungen und Schrittmacher können schon heute via Tablet ausgelesen und neu programmiert werden.

Abbildung 2: Es gibt vielversprechende Behandlungsansätze für gefährliche Krankheiten.

 

Fazit – kein Ende in Sicht

Freilich ist der Gedanke, dass im OP ein Roboter über das eigene Schicksal entscheiden könnte, beängstigend, dennoch ist das die Zukunft. Ärzte werden mit Computerunterstützung und speziellen Robotern komplizierte Operationen durchführen, die sonst nur unter großen Risiken oder gar nicht möglich wären. Patienten sollten sich der Zukunft gegenüber offen zeigen und einfach daran denken, wie viele Neuerungen in den vergangenen Jahrzehnten schon leben retteten. Denn: Was heute als normal gilt, wäre vor dreißig Jahren auch beängstigend gewesen.

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Ø mit: 5,00 aus 5)
Loading...

Bildquellen:

Abbildung 1: @ felixioncool (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ DarkoStojanovic (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.