Zahnimplantate für einen langfristigen Zahnersatz

Zahnimplantate für einen langfristigen Zahnersatz

Zahnimplantate für einen langfristigen Zahnersatz

Den Einzug von Zahnimplantaten in die Zahnmedizin verdankt diese Zahnersatztechnik insbesondere einer schwedischen Entdeckung von 1967, dass die Oberfläche von Titan eine hervorragende Biokompabilität besitzt. Das stabile Reintitan löst nicht nur keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen im Mundraum aus, es geht zudem durch seine raue Oberflächengestaltung eine direkte molekulare Verbindung mit dem Zahnknochen ein. Deshalb eignet sich Titan in der Zahnmedizin als solides Fundament für Zahnersatz überall dort, wo eine Zahnwurzel ihre Halte- und Versorgungsfunktion eines Zahnes im Kieferknochen nicht mehr wahrnimmt.

 

Das Zahnimplantat ersetzt die Zahnwurzel

Ob die Zahnwurzel abgestorben, ein Zahn ausgefallen ist oder ob ein stabiles Fundament für eine größere Zahnersatzkonstruktion benötigt wird, das künstliche Zahnimplantat ersetzt quasi die Zahnwurzel und bietet Halt für verschiedene Zahnaufbauten. Dabei besteht ein Zahnimplantat in der Regel aus zwei bis drei Komponenten: einem meist schraubenförmigen Implantatkörper, der im Kieferknochen befestigt wird, manchmal noch einem separaten Halsteil im Bereich der Mundschleimhaut und einem Kopfteil oder Abutment, auf dem die Suprakonstruktion des Zahnersatzes befestigt wird.

 

Verschiedene Suprakonstruktionen können auf dem Abutment verankert werden

Die einzelnen Implantatkomponenten werden meist miteinander verschraubt. Suprakonstruktionen wie Kronen, Brücken oder Prothesenanker werden entweder auch mit dem Abutment verschraubt oder aber zementiert und verklebt. Es gibt zwar auch verschiedene andere Implantatkonstruktionen aus Polyetheretherketon/PEEK-Kunststoffen oder Keramiken. Doch Keramiken erwiesen sich meist als zu spröde und führten zu Brüchen, zumal der Kieferknochen lebt und mit dem Implantat verwächst.

 

Nicht für jeden sind Titanimplantate geeignet

Auch bei Titan gibt es eine Reihe von Kontraindikationen, bei denen das Material nicht genutzt werden sollte. Bei Knochenschwund, schlecht eingestellter Diabetes, starker Osteoporose oder starkem Rauchen ist mitunter zu wenig Knochen vorhanden, um das Implantat stabil einsetzen zu können. Manchmal muss der Kieferknochen zuvor oder während der Implantation aufgebaut werden. Doch Gefahren von Infektionen, die eine Periimplantitis auslösen können, gehen nicht vom Titan aus. Diese Entzündung des Knochengewebes um das Zahnimplantat herum, die auch zu einem Abbau des Kieferknochens führen kann, ist meist Folge von Operationsfehlern oder einer unzureichenden Mundhygiene.

 

Die Operation erfordert Präzision und äußerste Hygiene

Vor der Zahnoperation wird der Kiefer genau mit 3D-Technik geröntgt, um auch in schwer zugänglichen Bereichen die exakte Position für das Zahnimplantat zu finden, bzw. das adäquate Modell zu inserieren. Auch die Bohrschablone für das Implantat wird individuell dem Kiefer angepasst.
Um ein Implantat einsetzen zu können, wird meist ambulant unter Lokalanästhesie zunächst die Schleimhaut aufgeschnitten und aufgeklappt. Er folgt eine stufenweise und präzise Implantatbohrung unter ständiger Kühlung bei geringer Drehzahl, denn der Kiefer darf nicht zu warm werden. Nach Einbringen des Implantats wird das Zahnfleisch wieder vernäht. Durch Kühlung und Medikamente lassen sich Schwellungen und Schmerzen im Normalfall vermeiden. Die äußere Wundheilung ist nach etwa 10 Tagen abgeschlossen. Wie lange die unbelastete Einheilphase des Implantats dauert, hängt von der Knochenqualität ab.

 

Verschiedene Implantatformen für den optimalen Halt

Mitunter wird in der Einheilphase provisorischer Zahnersatz eingefügt, der aber nicht belastet werden darf. Nach der Einheilphase wird das Innengewinde des Implantatkörpers freigelegt und die Krone oder bei mehreren Implantaten eine größere Suprakonstruktion auf dem Abutment befestigt. Die Form der jeweiligen Implantate hängt vom erforderlichen Zahnersatz, aber auch von den Befestigungsmöglichkeiten im Mundraum ab. Derzeit gibt es über 300 verschiedene Implantatformen, wobei die Mehrzahl die Form einer hohlen Schraube mit unterschiedlichen Längen und Durchmessern besitzt. Doch auch Blattimplantate, Diskimplantate oder kleine Schmalkieferimplantate sind möglich. Wichtig ist, dass das jeweilige Implantat gut mit dem Kieferknochen verwachsen kann, um hohe Stabilität zu gewährleisten. Dazu werden bei etwa 40 % der Implantationen auch unterstützende Techniken angewandt, die besonders das Weichgewebe als Schutz vor Periimplantitis stärken.

 

 

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Nachsorge und Mundhygiene gegen Kieferknochenentzündung

Mehr als die Hälfte aller Implantate entfallen auf Einzelzahnlücken, in gut 23 % der Fälle befindet sich das Implantat am freien Ende einer Zahnreihe, Schaltlücken nehmen etwa 17 %, zahnlose Kiefer ca. 8 % der Implantate auf. Mehr als die Hälfte der Implantate werden in Oberkiefer eingefügt, weil hier Augmentationstechniken leichter angewandt werden können. Der Erfolg einer Implantation hängt wesentlich von der regelmäßigen Nachsorge und der Mundhygiene des Patienten ab. Denn ein stabiles Einwachsen des Implantats in den Kieferknochen ist nur möglich, wenn keine Infektionen das Wachstum des Kieferknochens beeinträchtigen. Mit einer Erfolgsquote von 95 % sind Implantate allerdings die zahnmedizinischen Operationen mit der größten Erfolgswahrscheinlichkeit.

 

Implantate sind oft stabiler als der Kieferknochen

Die Haltbarkeit des Implantats hängt weniger vom Implantat selbst, als vom Zustand des umgebenden Kieferknochens ab. Wenn der Knochen durch Osteoporose, starkes Rauchen oder Periimplantitis an Substanz und Stabilität verliert, schwindet auch der Halt für das Implantat. Ist der Kieferknochen gesund, liegt die Erfolgssicherheit bei zylindrischen Implantaten nach 5 Jahren bei fast 90 %. Die Stabilität eines Zahnimplantats kann sogar über die Jahre mit dem Kieferwachstum auf nahezu 100 % anwachsen. Titanimplantate sind in Deutschland erst seit gut 40 Jahren gebräuchlich und es gibt zahlreiche Beispiele, die über diesen Zeitraum unvermindert ihren Zweck erfüllen. Gute Zahnärzte wie das Zahnmedizinische Fachzentrum/ZMFS aus Berlin-Charlottenburg geben auf ihre Zahnimplantate gerne 10 Jahre Garantie, weil sie wissen, dass ihre Titanimplantate in dieser Zeit noch lange nicht schwächeln.

 

Kosten für Zahnimplantate werden nur zum Teil erstattet

Zahnimplantate sind eine langlebige Therapie, allerdings ist diese präzise Handarbeit nicht billig. Die Behandlungskosten setzen sich aus einem chirurgischen Anteil für Knochenaufbau und Implantation sowie einem prothetischen Teil für den Zahnersatz zusammen. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich mit einem ’Festzuschuss‘ an der prothetischen Versorgung, der aber die Gesamtkosten nicht deckt. Private Krankenkassen beteiligen sich meist auch an der Implantat-Versorgung, doch auch hier bleibt den Patienten in aller Regel noch ein Eigenanteil.

 

Ausführliche Beratung durch Zahnarzt ist vor jeder Implantatsbehandlung wichtig

Da es sich bei Zahnimplantaten der je nach Umfang der Operation um vier- bis fünfstellige Beträge handeln kann, ist eine vorherige ausgiebige Beratung durch Deinen Zahnarzt oder Kieferorthopäden äußerst sinnvoll. Er erläutert, welche Maßnahmen unabdingbar sind und wo gegebenenfalls Kosten eingespart werden könnten. Zudem erstellt er einen individuellen Kostenvoranschlag und hilft bei den notwendigen Anträgen für die Krankenkasse. Auch die Dauer der Behandlung kann je nach Wunsch variieren. Oft werden heute auch komplexe Zahnimplantate bei nur einem Behandlungstermin unter Vollnarkose inseriert. Ob dies in Deinem Fall sinnvoll und möglich ist, musst Du mit Deinem Zahnarzt entscheiden.

 

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  • Bild: Ein Zahnimplantat ersetzt die Zahnwurzel, Fotolia ©Sven Bähren

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