Prophylaxe zur Mundgesundheit – Professionelle Zahnreinigung und andere Tipps

Professionelle Zahnreinigung

Prophylaxe zur Mundgesundheit – Professionelle Zahnreinigung und andere Tipps

Wir gehen mehrmals wöchentlich ins Fitnessstudio, pflegen unser Äußeres mit Make-up und Cremes, gönnen uns Verwöhnwochenenden zur Entspannung und leben auch sonst sehr bewusst. So weit, so gut. Aber oft vernachlässigen wir Dinge, die wir für selbstverständlich halten, solange alles reibungslos funktioniert – wie zum Beispiel unsere Zähne. Beim jährlichen Zahnarztbesuch kann diese Vernachlässigung dann unangenehme und manchmal auch teure Behandlungen nach sich ziehen. Es ist also an der Zeit, der Mundhygiene dieselbe Aufmerksamkeit zu widmen, wie unserer Fitness, unserem Aussehen und unserem Wohlbefinden. Möglichkeiten der Prophylaxe gibt es genug.

 

Mundhygiene – selbstverständlich, aber oft vernachlässigt

Natürlich wissen wir alle, das regelmäßige Zahnpflege nötig und wichtig ist, mindestens zweimal täglich sollte man seine Zähne gründlich putzen. Aber nur zu oft vernachlässigen wir diese einfache Regel: Zu wenig Zeit oder Vergesslichkeit machen uns einen Strich durch die Rechnung. Dabei ist Zähneputzen selbstverständlich die elementarste Prophylaxe gegen Karies & Co. Wichtig ist neben der Regelmäßigkeit des Putzens auch die Wahl der Bürste. Elektrische Zahnbürsten sind besonders schonend für das Zahnfleisch und durch die kreisenden Bewegungen sehr effizient.

 

Zweimal zwei Minuten putzen ist Pflicht

Nicht zu vergessen ist die ideale Dauer beim Putzen: Zwei Minuten sollten es schon sein. Wer zusätzliche Motivation zum Durchhalten braucht, kann sich mit einer App namens „Brush DJ“ helfen: Sie spielt zwei Minuten lang – also die ideale Putzzeit – die Lieblingsmusik. So macht die Pflichtübung Zähneputzen mehr Spaß und man hört nicht vorzeitig mit dem Putzen auf.

 

Mundwasser, Zahnseide und Zungenbürste

Zu der täglichen Mundhygiene gehört natürlich auch der ergänzende Gebrauch von Mundwasser mit Fluorid, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide (die Zahnbürste kommt auch bei gewissenhaftem Putzen nicht überall hin), sowie die Reinigung der Zunge mit sogenannten Zungenbürsten. Wenn man unterwegs ist, kann ein zuckerfreier Zahnpflegekaugummi dazu beitragen, Säuren im Mund zu neutralisieren. Das ersetzt zwar nicht das Zähneputzen, ist aber eine gute Ergänzung.

 

Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt gehören zu einer guten Prophylaxe

Zum Zahnarzt sollte man nicht erst gehen, wenn man Beschwerden hat. Die jährliche Kontrolluntersuchung sollte eine Selbstverständlichkeit sein, da manche Bereiche des Mundes zuhause nicht ausreichend gereinigt werden können. Außerdem entfernt der Zahnarzt bei diesen Besuchen Zahnstein, der Parodontitis begünstigen kann.

 

Zahngesunde Ernährung ist mit diesen Tipps ganz einfach

Eine bewusste Ernährung trägt nicht nur zum allgemeinen Wohlbefinden bei, sondern hat auch Einfluss auf die Mundgesundheit. Jedes Kind weiß, das Süßigkeiten und Zucker schlecht für die Zähne sind. Deswegen muss man nicht auf Schokolade & Co. verzichten, aber eine Reduzierung hilft dabei, die Säureattacken auf die Zähne zu verringern. Außerdem ist es gut, nach dem Genuss von Limonaden und Schokoriegeln nicht sofort die Zähne zu putzen: Damit sollte man ca. 30 Minuten warten, da sich der Zahnschmelz nach dem Kontakt mit der Säure erst etwas regenerieren muss. Übrigens trägt schon ein Glas klares Wasser dazu bei, den Säuregehalt im Mund zu reduzieren.

 

Interessantes Buch zum Thema

Karies heilen: Natürlich starke Zähne mit der richtigen Ernährung

Hier klicken und das 'Karies heilen: Natürlich starke Zähne mit der richtigen Ernährung' Buch bei Amazon ansehen

 

Auf ausreichend Lebensmittel mit Kalzium und Fluorid achten

Fluorid und Kalzium sind für gesunde Zähne sehr wichtig. In vielen Lebensmitteln finden sich diese Mineralstoffe, die der Körper nicht selbst bilden kann. Setze einfach öfter Lebensmittel wie Fisch, Spinat, Milchprodukte und Nüsse auf Deinen Speiseplan, denn sie sind natürliche Kalzium- und Fluoridquellen. Salz sollte in Deiner Küche ausschließlich als Fluorid-Salz zum Einsatz kommen.

 

Rauchen schadet auch der Zahngesundheit

Raucher kennen diesen Einwand sicherlich, aber man kann es nicht oft genug hervorheben: Tabakrauch ist auch für Zahnfleisch, Kiefer und Zahnhalteapparat schädlich. Wer also bei seiner Zahn- und Mundgesundheit vorsorgen will, sollte auf Rauchen möglichst verzichten. Das Nikotin im Tabak fördert Zahnfleischschwund und -entzündungen und begünstigt die Schmerzempfindlichkeit der Zähne, aber auch des gesamten Mundraums – keine gute Voraussetzung für eine effiziente Prophylaxe, aber ein weiterer guter Grund, das Rauchen aufzugeben.

 

Mundhygiene von Anfang an

Je eher man mit der richtigen Prophylaxe anfängt, desto besser. Bereits bei Babys können die Zahnleisten mit speziellen Fingerzahnbürsten sanft gereinigt werden. Ab zwei Jahren sollten Kinder das Zähneputzen spielerisch und mit Hilfe der Eltern lernen. Wichtig ist dabei, den Nachwuchs zu motivieren und als Erwachsener ein gutes Vorbild zu sein. Bunte Kinderzahnbürsten und gemeinsames Zähneputzen machen Spaß und führen die Kleinen an ein tägliches Ritual heran, das später dann ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Das gilt natürlich auch für Kontrollbesuche beim (Kinder-)Zahnarzt. Viele Zahnmediziner sind mittlerweile auf kleine Patienten spezialisiert und schaffen eine Atmosphäre, bei der keine Angst vor dem Zahnarzt mehr aufkommt.

 

Professionelle Zahnreinigung – Umfassende Prophylaxe vom Zahnarzt

Die Professionelle Zahnreinigung oder abgekürzt PZR ist nicht mit der jährlichen Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt zu verwechseln. Bei einer Professionellen Zahnreinigung werden die Zähne vom Zahnarzt oder speziell geschulten Fachkräften umfassend mechanisch gereinigt. Eine PZR ist eine Ergänzung der täglichen Zahnpflege und Prophylaxe, da man auch mit der größten Sorgfalt und der besten Zahnbürste zuhause die Zähne nie so pflegen kann, dass man alle Ecken und Zwischenräume erreicht. Die Folge ist mitunter ein erhöhtes Risiko für Zahnkrankheiten wie Parodontitis und Karies durch vermehrten Bakterienbefall.

 

Wie läuft eine PZR ab?

Zunächst einmal hängt alles davon ab, ob der Zahnarzt nach einer Vorkontrolle eine PZR für erforderlich hält. Zu Beginn wird die Plaque und eventuell vorhandener Zahnstein entfernt, dabei kommt meist ein Ultraschallgerät zum Einsatz. Häufig sind die Zähne durch Tee- oder Weinkonsum aber auch durch Nikotin bei Rauchern unschön verfärbt. Diesen Ablagerungen ist mit einer herkömmlichen Zahnbürste nicht beizukommen, sie lösen sich aber für gewöhnlich durch die eingesetzten Pulverstrahlgeräte (Air Flow). Nun folgt eine ausführliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten. Wenn die Zahnoberflächen sauber sind, werden sie noch ausführlich mit einer speziellen Paste poliert, da dies das Anhaften von Bakterien erschwert. Zum Abschluss erfolgt meist die Fluoridierung der Zähne.

 

Wie lange dauert eine PZR und was kostet sie mich?

Je nach Reinigungsaufwand dauert eine Professionelle Zahnreinigung zwischen 45 und 90 Minuten. Wer vorher schon alle Tipps zur Mundhygiene befolgt hat, wird wahrscheinlich weniger lange auf dem Zahnarztstuhl sitzen, als derjenige, der sich wenig um seine Zähne kümmert. Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung werden normalerweise nicht vollständig von den Kassen übernommen, einige Kassen beteiligen sich unter Umständen daran. Eine Nachfrage bei Deiner Krankenkasse kann sich also unter Umständen lohnen. Vergessen sollte man jedoch nicht, dass eine Professionelle Zahnreinigung – so nützlich sie ist – nie die tägliche Zahnpflege ersetzt.

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Stimmen, Ø mit: 5,00 aus 5)
Loading...

 

Bild:

  • fotolia © contrastwerkstatt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*